Wer selbst Äpfel im Garten hat, weiß, dass sie sich im kühlen, gut durchlüfteten Keller
nicht länger als 2 bis 3 Monate knackig und frisch halten.
Wie ist es also möglich, dass Äpfel in kommerziellen Großlagern über viele Monate
"baumfrisch" gehalten werden können? Auch dies ist wieder einmal den Wissenschaftlern zu verdanken.
Sie stellten fest, dass ein Apfel nach der Ernte weiterlebt, das heißt weiterreift, indem er Sauerstoff
"einatmet" und Kohlendioxyd abgibt. Dieser Reifeprozess läßt sich verlangsamen: Der
Sauerstoffgehalt in den Lagerräumen wird gesenkt, der Anteil an Kohlendioxyd erhöht.
Natürlich werden auch Temperatur und Luftfeuchtigkeit sorgfältig kontrolliert. In dieser
künstlich geschaffenen Atmosphäre kann der Reifeprozess gezielt herbeigeführt oder
hinausgeschoben werden, je nach Apfelsorte und Marktlage.
Seit es Folienbeutel gibt, läßt sich diese Methode im Haushalt in gewisser Weise nachvollziehen.
Geeignet sind Plastikbeutel, die wasserdampfdicht, aber in bestimmten Grade gasdurchlässig sind
(Polyäthylenbeutel von 0,03 und 0,05 mm Folienstärke). Werden die Äpfel in diesen Beuteln
fest verschlossen verpackt, so passiert etwas ähnliches, wie in den Groß-Lagerräumen:
Die Atmosphäre in den Beuteln reichert sich durch die Atmung der Früchte mit Kohlendioxyd
an, während der Sauerstoffgehalt abnimmt. Die Verdunstung von Feuchtigkeit ist dabei minimal,
so dass die Äpfel glatt und knackig bleiben. Die Lagertemperatur sollte nicht mehr als 8° Celsius
betragen.
Für diese Art der Aufbewahrung sind allerdings nur bestimmte
Apfelsorten geeignet. Zum Beispiel:
Golden Delicous
, Boskoop
, Glockenapfel
, Jonathan und Berlepsch
. Ungeeignet sind dagegen zum Beispiel Ontario und
Goldparmäne.
Unverpackte Äpfel sollten übrigens nicht zusammen mit Kartoffeln gelagert werden.
Denn reife Äpfel geben Äthylen ab, und das kann die Haltbarkeit der Kartoffeln
beeinträchtigen.
Das Anlegen eines eigenen Wintervorrats an Äpfeln im Haushalt setzt voraus, dass ein kühler Lagerraum mit
hoher Luftfeuchtigkeit vorhanden ist. Viele Kellerräume und Dachböden sind zu trocken und zu warm.
Doch wenn der eigene Apfelbaum im Garten viele Früchte getragen hat, lohnt es sich allemal.
Achten Sie darauf, dass Sie nur Früchte von einwandfreier Qualität einlagern. Die Äpfel
dürfen keine Druckstellen, Maden und Insektenfraßspuren aufweisen, angefault oder
angeschimmelt sein. Zur Aufbewahrung eignen sich beispielswiese Holzkisten, die sich Platz
sparend übereinander stapeln lassen. Legen Sie Wellpappe zwishcen die einzelnen Apfellagen und
decken Sie den Kistenstapel mit Folie ab, um ein stärkeres Austrocknen der Früchte zu vermeiden.
Bewährt hat sich auch die Lagerung in Foliensäcken aus Polyethylen. Verwenden Sie
gelochte Beutel oder stechen Sie vorsichtig Löcher, zum Beispiel mit einer Stricknadel,
in ungelochte, geschlossene Foliensäcke. Auf diese Weise verhindern Sie, dass sie Kondenswasser
bildet. Kontrollieren Sie die eingelagerten Früchte regelmäßig. Sortieren Sie faule
sofort aus.