Apfelbäume werden seit vielen Jahrhunderten kultiviert. Früher wählten Obstbauern
Keimlinge von Bäumen mit besonders guten Merkmalen für die Vermehrung durch Veredeln.
Heute werden viele Apfelsorten durch kontrolliertes Kreuzen der gewünschten
Elternpflanzen entwickelt. Günstige Mutationen von Standardsorten dienen ebenfalls
der Entwicklung neuer Apfelsorten. Man nimmt an, dass die heutigen Apfelsorten
das Ergebnis natürlicher Fremdbestäubung unter Beteiligung verschiedener Arten
sind. Denn die modernen Sorten sind heterozygot: Sie vermehren sich nicht reinerbig.
Apfelbäume gedeihen am besten in Gegenden, in denen mindestens zwei Monate im
Jahr Frost herrscht; die genauen Kälteansprüche sind von Art zu Art verschieden.
Andererseits überleben die Bäume Temperaturen bis zu -40 °C.
Mitte der achtziger Jahre betrug die Weltapfelernte jährlich durchschnittlich 41
Millionen Tonnen. Die erfolgreichsten Produzenten waren die ehemalige Sowjetunion,
China und die Vereinigten Staaten. Die führenden europäischen Apfelproduzenten sind
Frankreich, Deutschland und Italien. Der größte Teil der Ernte wird zu Apfelwein
(in Südwestdeutschland "Äppelwoi" oder "Moscht" genannt, in Großbritannien "Cider")
oder zu Branntwein verarbeitet. In manchen Regionen Deutschlands, so im Raum Frankfurt
am Main, ist die Apfelweinproduktion von großer wirtschaftlicher Bedeutung.